Das Tier der Anden: das Lama


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Ein Lama in Macchu Picchu

Ein Lama in Macchu Picchu

Ein Lama ist eine Unterart eines Kamels. Ursprünglich kommt es nur in den Anden vor, sein natürliches Verbreitungsgebiet schrumpft allerdings bedenklich. Früher war es überall in den Anden in Südamerika zu finden, seit Jahrzehnten schrumpft das natürliche Ausbreitungsgebiet dieser so zotteligen und für die Anden typischen Tiere. Dass man Lamas für so alltäglich nimmt, liegt daran, dass sie in etlichen (auch kleineren oder privaten) Zoos gehalten werden. Doch man sollte sich nicht täuschen lassen. Die Lamas sind das Tier der Anden — und nur der Anden.

Die Lamas sind dort Haustiere der Menschen, doch natürlich gab es zunächst eine wild lebende Form. Offenbar wurden sie aber an mehreren Orten in Südamerika unabhängig voneinander domestiziert. Dies geschah wohl schon vor etwa 5000 Jahren.

Das Lama war das einzige Lasttier in Südamerika

Seitdem nutzen bis heute alle Zivilisationen und Kulturen in dem westlicheren Teil Südamerikas die Lamas für ihre Zwecke. Vor allem als Lasttier wurde und wird das Lama eingesetzt. Anders als in anderen Regionen der Welt existiert übrigens in ganz Amerika kein anderes Tier für diese Funktion: weder Kamele noch Pferde wurden dazu eingesetzt. (Erst die nach Amerika einwandernden Europäer brachten letztere Idee mit nach Amerika.)

Dazu gibt es auch nutzbare Wolle vom Lama zu gewinnen, für das Klima in den Anden kein schlechter Begleiter. Kaum zu übersehen, ist doch ihr zotteliges und flauschiges Wesen ihr unverkennbares Merkmal — neben dem charakteristischen Kopf mit all seinen Eigenschaften. Nicht zuletzt wird natürlich auch ihr Fleisch und ihre sonstigen Erzeugnisse genutzt, aber dies geschieht seltener in industriellem Umfange.

Besonders sozial verträgliches Tier: das Lama aus Südamerika

Bekannt sind die Lamas für das “Spucken”, doch sollte man sich bei einer Reise nach Südamerika davon nicht ins Bockshorn jagen lassen. Erstens spucken Lamas sehr selten und zweitens eigentlich immer nur als Zeichen von Rangkämpfen gegen Artgenossen. Gegen Menschen spucken sie nur dann, wenn sie sich von ihnen aggressiv angegangen oder gar gequält fühlen — dazu sollte es im Umgang mit ihnen bei normalem Verhalten einem Tier gegenüber nicht kommen.

Was insgesamt eher danach klingt, als sollte man ihnen fernbleiben, bewirkt tatsächlich das Gegenteil. Die Lamas sind sehr soziale Tiere, sie tragen nur ganz selten Rangkämpfe aus und zu allen anderen Zeiten gehen sie friedlich miteinander und mit ihrer Umwelt um.

Gerade das macht sie so liebenswert, dass sie auch für den Menschen so zugänglich sind. Aus diesem Grund hat sich in vielen Teilen der Welt auch das Arbeiten mit Lamas als therapeutische Tiere entwickelt. Auch in Deutschland gibt es dafür Angebote.

Immer noch Lasttier in den unwegsamen Anden

Ein originales Lama-Erlebnis hat man aber nur bei einer Reise in die Anden: Hier werden die Tiere, die sich von Gräsern, Kräutern, Flechten und Sträuchern ernähren, wie oben erwähnt weiterhin als Lasttiere genutzt. Und wer eine Bergwanderung in den Anden mitmacht, eine geführte versteht sich, wird fast unweigerlich in Kontakt mit diesen wunderbaren Ablegern der Kamele kommen.

Ein Grund mehr für einen Trip nach Südamerika, insbesondere ins Gebiet von Chile, Peru, Ecuador oder Bolivien, wo die Lamas auch heute noch natürlich verbreitet sind.

small>Creative Commons License photo credit: Voyages Lambert



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