Reisetipp Bolivien — der berühmte Karneval von Oruro


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Tänzerinnen beim Karneval von Oruro

Tänzerinnen beim Karneval von Oruro

In ganz Lateinamerika zelebriert man wie in Europa den Karneval. Allerdings natürlich in ganz anderer Art und Weise als in Köln, Düsseldorf oder Mainz. Weshalb diese Feierlichkeiten auch für Außenstehende stets sehr sehenswert sind. Wie eine weltweit verbreitete Tradition jeweils landestypische Ausprägungen annimmt, ist faszinierend. Ein besonders berühmtes Beispiel des Karnevals in Südamerika ist der Karneval von Oruro.

Oruro liegt mit knapp 250.000 Einwohnern im mittleren Westen von Bolivien, die Anreise von La Paz dauert etwa drei Stunden mit dem Bus. Wer zum Karneval anreist, sollte wissen, dass die Busse bereits frühzeitig ausgebucht sind und zudem zu dieser Zeit fast doppelt so teuer sind wie sonst. Am besten, man hat schon einen Platz reserviert oder man kümmert sich um eine alternative Reisemöglichkeit.

Typisch für den Karneval von Oruro in Bolivien sind die handgefertigten Masken, die die Teilnehmer, aber auch die Zuschauer hier in großer Zahl tragen. Sie sind aus Gips und teils sehr groß, aber auch sehr kunstfertig gestaltet. Um Oruro hat sich eine ganzer Industriezweig für diese Masken herausgebildet, denn die Zahl der Besucher, die eine derartige Maske mit nach Hause bringen wollen, wächst immer weiter.

Schon am Gründonnerstag danken die Menschen Pachamama und Achachilas, Gottheiten, denen man die Verantwortund für Wind und Wetter zuschreibt. Der tatsächliche Karneval von Oruro beginnt dann am Samstag vor Rosenmontag, das komplette Fest dauert genau diese drei Tage.

An jedem Tag des Karnevals ehrt man unterschiedliche Gottheiten

Am ersten Tag des Karnevals von Oruro, dem Karnevalssamstag, ehrt man die Virgen del Socavon, die Jungfrau der Bergwerksstollen, nicht zuletzt, um sie gnädig zu stimmen und die Minenarbeiter am Leben zu lassen und von Unfällen zu verschonen. Bei den Festivitäten werden aber auch Elemente der Religion der Indigenen der Region einbezogen.

Der zweite Tag ist dem Dios Momos gewidmet. Er ist schlicht — passender könnte es kaum sein — der Gott des Spaßes. Darf man am Samstag eigentlich keinen Alkohol trinken, ist dies am Tag für Dios Momos erlaubt und willkommen.

Diablada und Morenada schließlich werden am dritten Karnevalstag gefeiert und geehrt. Die Menschen bitten um Kraft und Erfolg für das folgende Jahr bis zum nächsten Karneval. Dafür begibt man sich in eine der Kirchen. Wie es in Bolivien beim Karneval von Oruro üblich ist, geschieht aber auch das während eines Tanzes. Am letzten Abend feiern dann alle Gruppen, die zum Karneval beigetragen haben, für sich selbst und verabschieden sich von der Virgen del Socavon.

Zur Zeit sind es insgesamt 48 verschieden Tanz- und Musikgruppen, die beim Karneval von Oruro auftreten. Die Reihenfolge und Zulassung wird von einem eigens dafür bestehenden Verein festgelegt, der die kompletten Feierlichkeiten organisiert.

Weitere Festivals rund um den Karneval in Oruro

Eingerahmt wird der Karneval von weiteren Veranstaltungen. Wochen vorher findet das “Festival de bandas” statt, bei dem diverse Musikgruppen Blasmusik spielen. Dabei wird allerdings von den Musikern und den Zuhörern ausgiebig getanzt. Am Morgen des Karnevalssonntags treffen sich alle 48 Musikgruppen und spielen im Moment des Sonnenaufgangs gleichzeitig ihre jeweiligen Songs. Klar, dass man da nicht viel von einzelnen Liedern heraushören kann, aber es ist ein herrliches akustisches Durcheinander.

Kein Wunder also, dass der Karneval von Oruro in Bolivien zu jenen Ereignissen gehört, die die UNESCO in die Liste der “Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit” aufgenommen hat. Menschen aus aller Welt reisen nach Bolivien, um ihn sich anzusehen und mitzufeiern.

Creative Commons License photo credit: bjaglin



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