Valle Salgrado — das Heilige Tal der Inka


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Das Valle Salgrado von einer befestigten Anlage aus gesehen

Das Valle Salgrado von einer befestigten Anlage aus gesehen

Valle Salgrado. Ein recht pathetischer Name für ein einfaches Tal, doch wird bei näherer Betrachtung des Valle Salgrados schnell klar, warum es den Inka heilig war, ist es doch landwirtschaftlich extrem fruchtbar und sorgte so dafür, dass sie Vorräte anlegen und unabhängiger vom Ergebnis einzelner Ernten wirtschaften und schließlich auch ihr politischen Angelegenheiten besser verfolgen konnten. Das “Valle Salgrado” wird vom Urubamba durchflossen, das Tal liegt in den südöstlichen Bereichen Perus, im Hochland der Anden.

Früher einmal muss das Tal wohl sehr schmal gewesen sein, inzwischen ist es knapp 3 Kilometer breit, weil Schwemmmasse das Tal immer mehr erweitert hat. Dieser 3 Kilometer breite Streifen war es dann auch, der die äußerst fruchtbare Landwirtschaft ermöglichte.

Wahrscheinlich beruht das langjährige Reich der Inka auf dem Valle Salgrado

Das Tal liegt zwischen den Ortschaften Pisac und Ollantaytambo, nicht unweit nördlich der Stadt Cusco, die ohnehin als beliebtes Reiseziel bekannt sein dürfte. Wer also Cusco auf seiner Route, kommt fast automatisch am Valle Salgrado vorbei. Der Urubamba, der das Tal durchfließt, gibt auch einem weiteren Ort im Tal seinen Namen. Natürlich gibt es überall weitere kleinere Siedlungen, eine davon ist Calca.

Wunderbar von oben, aber auch wunderbar im Tal selbst

Wunderbar von oben, aber auch wunderbar im Tal selbst

Ollantaytambo bietet neben der letzten Möglichkeit, einen Zug nach Macchu Picchu zu erreichen, auch einige sehenswerte Ruinen, deren Bedeutung von lokalen Führern für kleines Geld erläutert wird. Überhaupt ist man überall im Tal hier bestens auf Tourismus eingestellt — und das auf die angenehme Weise. Natürlich muss man immer wachsam sein, grundsätzlich ist Kriminalität aber hier in sehr geringen Dosen vorhanden. Das Reisen durch das Tal ist so mühelos wie fast überall in Südamerika: Einfach am Wegesrand auf einen Bus warten, der einen nach einem Handzeichen gerne mitnimmt.

Wer einen Führer bezahlen will, sollte stets ein paar Dollar dabei haben, nicht immer ist sicher, dass die Führer sich auch in anderer Währung bezahlen lassen. Leider muss man auch anmerken, dass die Forschung über die Zeit und die Geschehnisse der Inka im Valle Salgrado quasi noch in den Kinderschuhen steckt. Nicht alles ist also für bare Münze zu nehmen, was einem bezüglich der Leistungen der Inka aufgetischt wird.

Tiefe, fruchtbare Täler zwischen hohen Schneebergen

Nichtsdesotrotz ist die Landschaft auch ohne jegliche Hintergrundinformation einfach faszinierend: Die hoch aufragenden Schneeberge, dazwischen das Tal, das durchaus an einigen Stellen an gewisse Alpenvorlandschaften erinnert. Bei einer Reise durchs Hochland in Peru stellt das Valle Salgrado, das Heilige Tal der Inka, somit beinahe ein Muss dar.

Wer sich fragt, warum das Tal solch eine Wichtigkeit hatte, sei noch einmal an den Eingangstext verwiesen: Ohne den intensiven (wahrscheinlich: Mais) Anbau von Nahrungsmitteln wäre es den Inka wohl nicht möglich gewesen, ihr Riesenreich zu errichten und über Jahrhunderte zu beherrschen. Und dafür war dieses Tal (evtl.) die Keimzelle.

PS: Natürlich ist “Valle Salgrado” der von den spanischen Eroberern vergebene Name. Original in der Quecha-Sprache wurde das Tal “Willka Qhichwa” genannt.

PPS: Der Film Aguirre vom deutschen Regisseur Werner Herzog mit Klaus Kinski in der Hauptrolle spielt am Rio Urubamba, der das Valle Salgrado geschaffen hat.

Creative Commons License photo credit: MacJewell

Creative Commons License photo credit: Bruno Girin



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