Ometepe — größte vulkanische Insel der Welt*


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Der Vulkan Concepcion

Der Vulkan Concepcion

Ometepe ist eine Insel im Nicaraguasee, die mit annähernd 300 Quadratkilometern die größte vulkanische Insel des Planeten darstellt – allerdings bezogen auf Süßwasserseen. Auf spanisch nennt man sie Isla de Ometepe,

Bewohnt ist die Insel ebenfalls, auf ihr leben knapp 30.000 Menschen, die in verschiedenen Ortschaften auf Ometepe leben, die größte davon ist Altagracia mit etwa 4.000 Einwohnern. Hier findet sich auch das beliebte Museum zur Geschichte der Insel, in dem es neben vielen Daten rund um Ometepe auch Fundstücke aus diversen Epochen zu entdecken gibt.

Die charakteristische Form der Insel, die einer acht gleicht, macht sie leicht aus der Luft oder auf Karten identifizierbar.

Auf Ometepe befinden sich – und das ist das eigentlich faszinierende an ihr – zwei Vulkane, von denen einer noch aktiv ist: Der höhere der beiden heißt Concepcion, der 1.600 Meter Höhe erreicht. Der andere ist der Vulkan Maderas, der wie erwähnt nicht mehr aktiv ist. Mit knapp 1.400 Metern ist er nur geringfügig weniger hoch als sein großer Bruder.

Majestätisch erheben die beiden Vulkane sich über den See

Was zunächst gefährlich klingt, wenn der Vulkan Concepcion noch regelmäßig ausbricht, ist für die Bewohner der Insel in Wahrheit ein Segen: Der Boden wird durch das vom Vulkan ausgestoßene Material extrem nährstoffreich. Eine gute Voraussetzung dafür, Landwirtschaft zu betreiben.

Im – wahrscheinlich – erloschenen Vulkan Maderas befindet sich eine Lagune, er ist anders als der aktive Vulkan auch bis oben hin mit Bäumen bewachsen. Dazu gehört eine Baumart, die Ardisia ometepensis, die es nur auf Ometepe gibt. Außerdem ist er einer der ganz wenigen Orte im der der Pazifikseite zugewandten Hälfte Nicaraguas, an dem auch Nebelwald wächst, entlang der aufsteigenden Vulkanwände.

Doch nicht nur deshalb ist Ometepe auch touristisch interessant. Die Insel verfügt zudem über sehenswerte Sandstrände, die ihrerseits mit einer Besonderheit aufwarten: neben den typisch karibischen weißen Sandstränden besteht einer der Strände auf der Insel aus schwarzem Sand.

Dazu gibt es auf der Insel die in Lateinamerika so beliebten Stierkämpfe, zu denen man stehen mag, wie man möchte, sie locken aber immer wieder viele Nicaraguaner auf die Insel. Wer es lieber etwas menschlicher mag, erfreut sich an den katholischen Prozessionen, die hier häufig durchgeführt werden.

Interessantes Leben auf der Insel mit vielen Festen und Umzügen

Für kulturell interessierte Südamerika-Reisende bietet Ometepe ebenfalls etwas: Sie ist übersät mit so genannten Petroglyphen, also Felsmalereien aus alten Zeiten. Sie gehören zu den ältesten Kulturäußerungen der Menschheit, oft zeigen sie Menschen oder Tiere, weniger häufig Naturszenen. Erstaunlicherweise gibt es diese Form von Abstraktion der Umwelt durch den Menschen überall auf dem Planeten, obwohl doch die einzelnen Ethnien sich deutlich unterschiedlich und unterschiedlich schnell entwickelt haben. Eine “Hochburg” der Petroglyphen befindet sich jedenfalls somit auf Ometepe.

Nicht zuletzt begeistert die Insel durch ihre Silhouette, die man von beinahe überall auf und am Nicaragua-See erspähen kann. Die beiden Vulkane türmen sich auf (Concepcion wächst übrigens auch heute noch in seiner Höhe) und bieten einen schönen Kontrast zum meist ruhig da liegenden Wasser des Nicaraguasees. Kaum erstaunlich, bedeutet der aus dem Nahuatl stammende Name Ometepe auch wahrscheinlich schlicht “zwei Berge”, womit die Besonderheit und die Eleganz der beiden Vulkane allerdings nur unzureichend beschrieben ist.

Ometepe – die größte Vulkaninsel in einem Süßwassersee der Welt, ein beliebtes Ziel für Reisende, die die Extravaganz dieser vulkanischen Szenerie zu schätzen wissen.

* in Süßwasser.

Creative Commons License photo credit: jessicadally



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