Tikal, die antike Stadt der Maya


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Blick auf das faszinierende Tikal

Blick auf das faszinierende Tikal

Tikal ist eine alte Stadt der Maya, die im Norden von Guatemala liegt, genauer in den Regenwäldern von Petén. Heute glaubt man, dass die ersten Siedlungen hier etwa 100 vor Christus begannen, ihre Blütezeit erlebte Tikal zwischen dem 3. und dem 9. Jahrhundert. Durchaus kann man von einer richtigen Stadt sprechen, auch wenn es heute so wirkt, als seien vornehmlich Tempel und merkwürdige Stelen gebaut worden. Wie alles war auch Tikal im Werden und Vergehen begriffen: Zunächst wurden viele der benachbarten Kleinstaaten unterworfen, später aber, ab dem 10. Jahrhundert, war die Stadt wieder verlassen und verwaist.

Das Zentrum der ehemaligen Stadt umfasst 16 Quadratkilometer, insgesamt besteht Tikal allerdings aus 64 Quadratkilometern. Beinahe 10.000 Gebäude sind noch erhalten geblieben, eine unglaubliche Zahl, noch dazu gilt Tikal als eine der am besten erforschten Maya-Stätten überhaupt.

Im Zentrum der ehemaligen Stadt befindet sich der “Große Platz”, der von vielen Tempeln eingerahmt ist. Auch legten die Maya einen Ballspielplatz an, eine zentrale Akropolis und einige Forscher gehen davon aus, dass das gesamte Zentrum der Stadt das Weltbild der Maya darstellen sollte, eine Art von “kosmischem Raum”. Im Norden des Zentrums der “Himmel”, im Süden die “Unterwelt”, mit einem Palast, in dem man auch verstorbene Herrscher beerdigte, gleichwohl dieser Palast auch als Königsresidenz gedient haben könnte.

Machtvolle Demonstration des Weltbildes der Maya

Genau ist nicht geklärt, warum die Stadt plötzlich ihren Niedergang erleben musste. Eine mögliche Erklärung ist eine ausgiebige Dürreperiode auf der Halbinsel Yucatán. Die letzte Stele, die jeweils datiert wurden, stammt aus dem Jahr 879, womit Tikal allen Widerständen zum Trotz eine der am längsten existierenden Siedlungen der Maya überhaupt war. So umfasst die Liste der bekannten, in Tikal herrschenden Könige auch den Zeitraum von 90 nach Christus bis etwa 870 nach Christus.

Obwohl die Maya einige fremde Städte besetzt hatten, fehlten ihnen jedenfalls zumindest in wenigen Fällen die Mittel, diese auch gegen andere Angreifer von außen zu verteidigen. So schwanden immer mal wieder scheibchenweise Macht und Einfluss der Maya in der Region um Tikal.

Vermutungen, dass die Macht innerhalb der Stadt selbst durch bestimmte Revolten aufgesplittert worden sein könnte, schwirren allerdings ebenso durch den offenen Raum der möglichen Erklärungen für den Niedergang dieser auch heute noch so sehenswerten Stadt. Genaues wird sich entweder nie oder vielleicht später noch klären lassen. Besichtigen kann man die Stadt aber natürlich auch ohne Kenntnis dieser Historie, denn was man zu sehen bekommt, ist unvergleichlich viel und groß.

Umfassend erforscht, trotzdem noch viele Fragen offen

Etwa 1850 begann man, die nie gänzlich in Vergessenheit geratene Anlage wieder vermehrt zu erforschen. Nach einigen Unterbrechungen ging es ab 1956 mit der Erfassung der Stelend und Kartografierungen weiter. Heute gehört die Anlage zum Weltkulturerbe der UNESCO, ist zudem von Guatemala zum Nationalpark erklärt worden. Eine asphaltierte Straße erleichtert die Anfahrt für Touristen, für die die Anlage explizit geöffnet ist und deretwegen auch eine touristische Infrastruktur geschaffen wurde.

Kleines Bonbon für Fans von Star Wars: Tikal wurde als Drehort für den ersten Teil der alten Star-Wars-Trilogie verwendet, “A New Hope”. Jene Szene, in der ein Rebell dem Rasenden Falken von Han Solo beim Landen auf Yavin 4 zusieht, wurde in Tikal mit expliziter Verwendung der Tempelruinen gedreht. Ein Szenenfoto findet sich hier — aber das nur am Rande, denn natürlich ist Tikal auch ohne Star-Wars-Kenntnisse oder -liebhaberei höchst sehenswert.

Creative Commons License photo credit: Wade_Lehmann



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