Die große Halbinsel Yucatán


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Tier und Pflanzen auf Yucatan

Tier und Pflanzen auf Yucatan

Yucatán ist der Name einer Halbinsel, die sich politisch gesehen auf drei Staaten verteilt. Der nördliche Teil gehört komplett zu Mexiko, der südliche Teil zu Guatemala und Belize. Das tropische und sehr heiße Klima auf Yucatán wird unterstützt von weiten Gebieten im Süden, in denen sich Regenwald ausgebreitet hat. Im mittleren Teil der Halbinsel hingegen findet der Besucher dichten Wald vor, während es im Norden immer trockener wird und deshalb immer weniger bewachsen ist. So trocken ist es im Norden von Yucatán, dass es hier nicht einmal Flüsse gibt.

Historisch gesehen hat die Halbinsel eine bewegte Zeit hinter sich. Vom 4. bis 10. Jahrhundert nach Christi war sie ein Zentrum der Maya-Kultur. Davon zeugen etliche archäologische Stätten, die sich auf der Halbinsel befinden. Später lebten hier verschiedene, teilweise sich bekriegende einzelne Stämme.

Zwischen 1517 und 1518 landeten hier schließlich die Spanier, die sich der Halbinsel bemächtigten. Zunächst errichteten sie entlang der Küste erste Siedlungen, 1821 mit der Unabhängigkeit von “Neuspanien”, dem heutigen Mexiko, wurde Yucatán auch ein Bundesstaat des nun unabhängigen Mexikos. Damit endete die Geschichte Yucatáns aber noch nicht, denn 1841 wurde die “unabhängige Republik Yucatán” ausgerufen. Trotz einer gegen mexikanische Regierungstruppen gewonnenen Krieges kehrte Yucatán schließlich zu Mexiko zurück, nun allerdings mit gestärkten Rechten.

Frühe Kriege um die Unabhängigkeit, Maya leben noch heute hier

Besucher Yucatáns werden davon heute jedoch eher wenig mitbekommen, denn davon gibt es weniger sichtbare Zeugnisse als von der Kultur der Maya. Chichen Itza, Tulum und Uxmal sind die wohl bekanntesten Stätten der Maya auf Yucatan, deren Nachfahren immer noch hier leben. 1848 hatten diese versucht, die spanischsprechende Bevölkerung von der Halbinsel Yucatán zu vertreiben, was ihr letztlich nicht gelang.

Ein interessantes geologisches Phänomen der Region sind die so genannten Cenoten. Das sind Kalksandsteinlöcher, die Zugang zum Grundwasser bieten, so dass sie eine wichtige Möglichkeit zur Süßwassernutzung darstellen. Schon von den Inka ist überliefert, dass sie diese Cenoten nutzten.

Die Geschichte des Namens der Halbinsel ist ganz amüsant und knüpft in weitem Bogen tatsächlich an die Bezeichnung der “Barbaren” an. Denn auf Mayathan bedeutet “Yucatán” etwa “Ich verstehe deine Worte nicht”. Wahrscheinlich war es so, dass die ersten spanischen Eroberer nach dem Namen des Gebietes fragten, und die so Befragten nur “Yucatán” zur Antwort gaben, eben weil sie nichts verstanden. Allerdings gibt es auch noch andere Erklärungsgeschichten, die zum Namen Yucatán kursieren, die obige Entstehungsweise ist also nicht verbürgt.

Yucatán erfolgreich als Touristenziel etabliert

Genutzt werden die wenigen offene Flächen der Region vor allem für Viehzucht, insbesondere Rinder, sowie bedauerlicherweise natürlich die Abholzung von Wäldern. Außerdem wurden hier lange Zeit Rohstoffe für Kaugummis an- und abgebaut. Seit diese Nutzung von Chicle immer weniger wurde, sah man sich auf Yucatán nach neuen Einnahmequellen um, wozu zwangsläufig der Tourismus zählen könnte. Seit den 1970er Jahre also wird die Infrastruktur in dieser Hinsicht ausgebaut.

Erste größere Erfolge gibt es beispielsweise im sehr adretten und sehenswerten Quintana Roo, auch Cancún liegt auf der Halbinsel Yucatán, eine künstlich erschaffene, mittlerweile aber weltweit bekannte Touristenhochburg mit vibrierendem Nachtleben. Dazu kommt die nicht zufällig so genannte “Riviera Maya”, entlang der Ostküste der Halbinsel liegen hier etliche kleinere touristisch interessante Orte. Ein perfektes Klima für einen Sommerurlaub kommt hinzu, so dass Millionen von Touristen, vor allem aus den USA, hier jedes Jahr hinkommen und feiern sowie Strand- und Badeurlaub genießen.

Creative Commons License photo credit: wallygrom



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