Peru plant Eisenbahn durch den Amazonas


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Iquitos ist bald nicht mehr nur per Wasserweg zu erreichen

Iquitos ist bald nicht mehr nur per Wasserweg zu erreichen

Perus Präsident Ollanta Humala verkündete vor Kurzem, dass sein Land den Bau einer Eisenbahnlinie durch den Amazonas in Angriff nehmen werde. Iquitos und Yurimaguas, Städte, die bislang nur per Wasser oder per Luft erreichbar sind, werden nach Abschluss der Bauarbeiten und Eröffnung der Eisenbahnstrecke endlich auch auf dem Landweg zu erreichen sein.

Die Ausschreibung soll noch in diesem Jahr stattfinden, damit rasch mit den Planungen und den folgenden Arbeiten begonnen werden kann. Die Gesamtdistanz des angedachten Verlaufs beträgt 550 Kilometer, auch internationale Firmen werden zur Ausschreibung zugelassen.

Filmkulisse eines Klassikers mit Klaus Kinski

Bei rund 900 Millionen US-Dollar ein reizvolles Geschäft, welches zudem einen extrem hohen praktischen Nutzen brächte: Statt wie bislang auf dem Wasserweg vier Tage von der einen zur anderen Stadt zu benötigen, wäre die Entfernung zwischen Iquitos und Yurimaguas dann in etwa acht Stunden zu bewältigen.

Iquitos ist die größte Stadt Perus im tropischen Regenwald, ungefähr 400.000 Einwohner leben hier. Internationale Bekanntheit erlangte sie durch den Film “Fitzcarraldo” von Werner Herzog, der hier mit Klaus Kinski explizit wegen der besonderen Urwald-Atmosphäre drehte.

In Yirumaguas leben nur 50.000 Menschen und diese leben vor allem von den riesigen Mengen Waren, die hier umgeschlagen werden, allerdings spielt auch Landwirtschaft eine Rolle in dieser Stadt im Amazonasgebiet. Der Tourismus steckt noch eher in den Kinderschuhen, das könnte sich aber mit der Einweihung der Eisenbahntrasse ändern.

(Auch) Hoffnung auf wachsenden Tourismus in der Region

Zusammen werde also rund 450.000 Menschen enorm von dieser neuen Verbindung auf Gleisen profitieren, auch wenn Iquitos damit seinen einzigartigen Status verliert und möglicherweise zumindest für Touristen weniger reizvoll als zuvor sein könnte. Auf der anderen Seite wird die bessere Erreichbarkeit wohl eher dafür sorgen, dass mehr Menschen sich auf den Weg nach Iquitos machen. Und auf den Spuren von Klaus Kinski im peruanischen Regenwald eine Stadt erleben, die nicht von jetzt auf gleich ihre Singularität verlieren wird.

Creative Commons License photo credit: morrissey



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