Die Osterinsel — Hort zahlreicher Mysterien


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Was die Moai bedeuten, ist bis heute unklar

Was die Moai bedeuten, ist bis heute unklar

Die Osterinsel — um kaum einen Ort ranken sich wohl so viel Mythen wie um diese Insel mit ihrer obskuren Erscheinung und den Moai, wie die weltbekannten Steinstatuen heißen, die das Image der Osterinsel geprägt haben wie kein anderer Aspekt dieses weit, weit im Pazifik gelegenen Eilands. 3.500 Kilometer sind es bis zum chilenischen Festland, eine Information, die nur politisch von Relevanz ist. Denn die Osterinsel gehört zu Chile, liegt aber de facto mitten im Nirgendwo.

Ursprünglich sollen es einmal über 1.000 Statuen gewesen sein, dennoch unterscheiden sich auch heute noch die Zählungen bezüglich ihres genauen Ergebnisses. Das Mysteriöse an ihnen lockt viele Touristen an, zudem spielen die Moai immer wieder auch eine Rolle in diversen Geschichten von Außerirdischen, die hier gelandet wären etc. pp. Ihre genaue Funktion wurde bis heute nicht zweifelsfrei herausgefunden, was sie für die Bewohner bedeuteten. Eine recht plausible Theorie nimmt an, dass die Statuen eine Würdigung der Ahnen der Inselbewohner darstellen soll.

Statuen, Schriften, Holzschnitte — alles einmalig auf der Welt

Was im Gegensatz zu den Statuen auf der Osterinsel viel weniger bekannt ist, ist der Umstand, dass diese Insel als einzige Pazifik über eine eigene Schrift verfügt. Präziser gesagt waren und sind es natürlich die Bewohner der Insel, die über die so genannte Rongorongo-Schrift verfügen. Sie ist eine Mischung aus einer Bilderschrift und einer diversifiziertern Schrift, und gerade deshalb höchst spannend.

Doch die Liste der mystischen Orte oder Begebenheiten auf dieser Insel geht noch weiter: Einige Höhlen auf der Osterinsel wurden als “Kulthöhlen” genutzt, häufig finden sich darin Motive des “Vogelmannkults”, dessen Bedeutung ebenfalls noch nicht bis ins Detail geklärt ist. Außerdem gibt es bestimmte Holzschnitzereien wie die Ao und Rapa nur auf der Osterinsel. Auch das Rei-Maro ist nur hier bekannt, während seine Bedeutung ebenfalls im Dunkeln bleibt.

Stark schwankende Einwohnerzahlen im Laufe der Jahrhunderte

Heute leben auf der Osterinsel etwa 4.000 Menschen, zu ihrer Hochzeit sollen es allerdings etwa 10.000 gewesen sein, circa um das 16. Jahrhundert herum. Zu Ende des 19. Jahrhunderts waren es aus verschiedenen Faktoren noch genau 111, inzwischen ist die Osterinsel nicht nur wieder besiedelt, sondern verfügt neben einem dafür überlebenswichtigen Flughafen — dem Mataveri International — auch über alle sonstigen elementaren Einrichtungen, wie z. B. ein Krankenhaus und sogar eine Diskothek, denn natürlich sind unter den 4.000 Einwohnern auch einige Jüngere. Die Ureinwohner der Insel machen nur noch 60 Prozent der Bevölkerung aus, nicht allein, weil viel Chilenen zugezogen sind, sondern weil auch 2.600 der Ureinwohner selbst den Weg zum Festland gewählt haben.

Touristisch gut erschlossen, dennoch nicht überlaufen: Die Osterinsel im Pazifik

Anderswo auf der Welt gibt es lange Zeit vom Festland abgetrennte Inseln, da steppt der Bär, im übertragenen Sinne, was die Artenvielfalt angeht, oder zumindest die Zahl der endemischen Arten. Auf der Osterinsel ist das genau andersherum. Die Insel war allem Anschein nach nie mit einer Landmasse verbunden, so dass Pflanzen hier nur von ganz weit her eingeschleppt werden konnten. Und darin war der Lauf der Zeiten nicht besonders erfolgreich. Gerade mal 30 verschiedene indigene Samenpflanzenarten existieren auf der Osterinsel. Dazu kommen allerdings auch einige sehr rare Baum- und andere Pflanzenarten.

Weitere Figuren auf der Osterinsel

Weitere Figuren auf der Osterinsel

Die Osterinsel existiert überhaupt nur als überseeisch befindliches Land, weil sie einem langen Vulkangebilde aufsitzt, das nur an dieser Stelle aus dem Wasser ragt. Das Klima auf der Osterinsel ist subtropisch warm, die Temperaturen bewegen sich zwischen 15 und 27°C, im Jahresschnitt liegt sie bei 21°C.

Touristisch erschlossen wird die Insel erst seit 1967, als zum ersten Mal touristisch motivierte Besucher die Insel per Flugzeug erreichten. Dies ist im Prinzip bis heute so, denn die Osterinsel besitzt keinen Hafen für größere Boote. Reiseführer sprechen hier vielleicht nicht ganz so erstaunlicherweise auch deutsch, es gibt viele Unterkünfte der verschiedensten Kategorien. Inzwischen leben die Bewohner der Insel mehrheitlich vom Tourismus, ohne dass dieser Ausmaße angenommen hätte, der die

Bei einer Länge von 24 Kilometern und einer Breite von 13 Kilometern ist die Insel nicht zuletzt auch per Fuß gut zu erkunden, wer nicht ganz so trainiert ist, für den stehen Geländewagen bereit. Da die Osterinsel seit 1995 ein chilenischer Nationalpark ist, achtet man ohnehin darauf, die Insel nicht allzu sehr mit Tourismus zu beanspruchen. Die meisten Besucher bleiben nur zwei oder drei Tage. Ein Grund dafür könnte neben der doch begrenzten Größe der Insel der Umstand sein, dass alles, was hier konsumiert wird, extrem teuer ist. Auf der Osterinsel selbst wird (so gut wie) nichts produziert, das heißt, alle Waren müssen den teuren Weg meist per Flugzeug über Tausende Kilometer hierhin zurücklegen.

Nichtsdestotrotz gibt es kaum einen Ort der Menschheitsgeschichte, an dem so viele Fragen ungelöst sind, so viele verschiedene kulturellen Besonderheiten zu finden sind und dennoch alles in so überschaubarem Rahmen zu erkunden ist. Hinzu kommt ein für Erkundungstrips angenehmes Klima und eine Insel, die touristische Infrastruktur aufweist, ohne deshalb überlaufen zu sein.

Creative Commons License photo credit: travelwayoflife

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