Die Stadt Léon in Nicaragua (samt Léon Viejo)


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Wegen des Momotombo zog die Stadt Léon um

Wegen des Momotombo zog die Stadt Léon um

Léon liegt weit im Westen Nicaraguas, ohne direkten Zugang zur Pazifikküste zu besitzen. Circa 160.000 Einwohner leben hier und ernähren sich und ihre Liebsten hauptsächlich von Erdnuss- und Zuckeranbau. Früher war Léon auch eine Hochburg des Baumwollanbaus, wovon man seit Ende der 1980er Jahre allerdings abgekommen ist.

1524 wurde diese heute noch existente Stadt gegründet, allerdings musste sie einmal umziehen, um zu überleben. Kurz nach ihrer Gründung spie der nahe gelegene Vulkan Momotombo Lava, so dass man Léon 30 Kilometer weiter wieder aufbaute.

Historisch ist Léon bemerkenswert, weil in dieser Stadt die Urkunde unterzeichnet wurde, mit der die Unabhängigkeit Nicaraguas (und auch Costa Ricas) von Spanien dokumentiert wurde. Eine zeitlang war Léon sogar Hauptstadt Nicaraguas, wobei diese Funktion seit 1858 dauerhaft an Managua übergegangen ist.

Haupstadt des Liberalismus, Zentrum der Revolution

Nichtsdestotrotz ist Léon weiterhin eine Hauptstadt des Landes: Die der Intellektuellen und des liberalen Lebensstils nämlich. Kaum verwunderlich, dass die Revolutionskämpfe von 1978 hier ein Zentrum hatten.

Sehenswert sind in dieser Stadt die Kathedrale Léon, die den Namen Basilica de la Asuncion trägt. 1860 wurde sie nach über 100 Jahren Bauzeit fertig gestellt und ist heute Stolz der Einwohner wie häufiges Ziel von Touristen. Diese kommen besonders gerne nach Léon, weil beinahe die gesamte Stadt aus Bauten aus der Kolonialzeit besteht und es ein wenig an eine Zeitreise erinnert, wenn man Léon besucht und durch seine Gassen schlendert.

Weiterhin steht das Kunstmuseum Ortiz Guardian in Léon, in welchem klassische und moderne Malerei ausgestellt werden. Die Zahl der sonstigen Kirchen ist kaum überschaubar angesichts der Einwohnerzahl von knapp über 150.000. Da wären die Kirche Subtiava, die Kirche von Saragossa, die Kirche San Felipe, die Kirche San Francisco, die Kirche La Merced und etliche weitere. Das Geburtshaus des nicaraguanischen Autors aus Léon wurde ebenfalls zum Museum umfunktioniert.

Léon Viejo besteht aus den Überresten der verlassenen ersten Stadt

Absolutes Highlight bei einem Besuch von Léon ist allerdings “Léon Viejo”, das alte Leon, von dem aus man kurz nach Gründung wegzog. Seit 2000 ist die Stätte Teil des Weltkulturerbes. 1609 brach der Momotombo aus. Da die Bewohner der Stadt der Ansicht waren, dass dies die Strafe für eine zuvor begangenes Unrecht sei (der Gouverneur hatte einen Bischof ermorden lassen, der humanitär tätig war), war es aus ihrer Sicht folgerichtig, den Ort schnellstmöglich zu verlassen. Da viele Überreste der alten Siedlung gut erhalten sind, lohnt sich ein Trip zu dieser Ruinenstadt in jedem Fall. Gut erschlossen, gut erhalten und äußerst informativ, zudem erst 1968 entdeckt und seitdem Schritt für Schritt für Besucher hergerichtet.

Wer dann doch lieber die Füße im Meer baumeln lassen möchte, für den ist es von Léon nicht allzu weit an die Strände des Pazfiks. Zum Strand von Poneloya sind es nur etwa 20 Kilometer, die leicht zurückgelegt werden können.

Partnerstadt von Léon in Deutschland ist übrigens Hamburg, ebenfalls eine Stadt mit Zugang zum Meer, ohne selbst direkt an der Küste zu liegen. Wappentier Léons ist ein Löwe, was aber wohl eher aus den Zeiten spanischer Besatzung rührt als aus eigenem Antrieb.

Creative Commons License photo credit: dalbera



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